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Alice war ein deutscher Internet- und Telefonie-Anbieter, der von 2005 bis 2012 unter der Marke Alice international telekommunikation GmbH am Markt aktiv war. Das Unternehmen bot DSL-Anschlüsse, Internet-Flatrates und Telefonie-Dienstleistungen für Privat- und Geschäftskunden an. Alice gehörte zur Hansenet-Gruppe und wurde später von Telefónica Deutschland übernommen. Im Jahr 2012 wurde die Marke Alice eingestellt und in O2 integriert, wobei bestehende Verträge auf O2-Tarife umgestellt wurden.
Obwohl die Marke Alice offiziell nicht mehr existiert, suchen noch immer Kunden nach Informationen zur Kündigung, da einige Altverträge möglicherweise noch unter dem ursprünglichen Namen laufen oder Kunden sich an ihre ehemaligen Alice-Verträge erinnern. Für aktuelle Kündigungen sind in der Regel die Prozesse von O2 Telefónica maßgeblich, dennoch ist es wichtig, die historischen Kündigungsmodalitäten zu kennen.
Alice war besonders für seine günstigen DSL-Tarife bekannt und richtete sich vor allem an preisbewusste Verbraucher. Das Unternehmen bot verschiedene Geschwindigkeitsstufen von 6 Mbit/s bis zu 16 Mbit/s und später auch höhere Bandbreiten an. Die Dienstleistungen umfassten neben dem Internetzugang auch VoIP-Telefonie und teilweise TV-Angebote.
Zu Zeiten der aktiven Marke Alice gab es verschiedene Tarifmodelle, die sich nach Geschwindigkeit und Leistungsumfang unterschieden. Die Preisstruktur war gestaffelt und richtete sich nach der gewünschten Downloadgeschwindigkeit sowie zusätzlichen Optionen wie Telefon-Flatrates oder Hardware-Bereitstellung.
| Tarifname | Geschwindigkeit | Monatspreis (ca.) | Mindestvertragslaufzeit |
|---|---|---|---|
| Alice Fun | 6 Mbit/s | 19,90 € | 24 Monate |
| Alice Comfort | 16 Mbit/s | 24,90 € | 24 Monate |
| Alice Premium | 16 Mbit/s + Telefon-Flat | 29,90 € | 24 Monate |
Die meisten Alice-Verträge hatten eine Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten. Nach Ablauf dieser Frist verlängerten sich die Verträge automatisch um jeweils 12 Monate, sofern nicht rechtzeitig gekündigt wurde. Diese Automatik war typisch für Telekommunikationsverträge in Deutschland und ist auch heute noch bei vielen Anbietern üblich.
Zusätzlich zu den monatlichen Grundgebühren fielen bei Alice oft einmalige Bereitstellungskosten an, die je nach Aktion zwischen 0 und 69,90 Euro lagen. Router wurden entweder kostenpflichtig verkauft oder gegen eine monatliche Mietgebühr zur Verfügung gestellt. Bei vorzeitiger Kündigung während der Mindestvertragslaufzeit konnten erhebliche Gebühren anfallen.
Die Kündigung eines Alice-Vertrages unterlag spezifischen Bedingungen, die in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) festgelegt waren. Diese Bedingungen orientierten sich an den gesetzlichen Vorgaben des Telekommunikationsgesetzes (TKG) und den allgemeinen Verbraucherrechten in Deutschland.
Für Alice-Verträge galten folgende Kündigungsfristen:
| Vertragssituation | Kündigungsfrist | Hinweise |
|---|---|---|
| Während Mindestlaufzeit | Nicht möglich | Nur bei Sonderkündigungsrecht |
| Nach Mindestlaufzeit | 3 Monate zum Vertragsende | Schriftlich erforderlich |
| Nach automatischer Verlängerung | 3 Monate zum Monatsende | Einschreiben empfohlen |
Nach deutschem Recht haben Verbraucher bei Telekommunikationsverträgen bestimmte Rechte. Das Telekommunikationsgesetz schreibt vor, dass Kündigungen in Textform erfolgen müssen, wobei die Schriftform per Post als sicherste Variante gilt. Ein Sonderkündigungsrecht besteht unter anderem bei Umzug ins Ausland, wenn der Anbieter am neuen Wohnort keine Leistung erbringen kann, oder bei erheblichen Vertragsänderungen durch den Anbieter.
Seit der Novellierung des TKG im Dezember 2021 gelten für neue Verträge verbesserte Kündigungsbedingungen, die jedoch auf Altverträge wie die von Alice nicht rückwirkend anwendbar sind. Bei historischen Alice-Verträgen, die in O2-Verträge umgewandelt wurden, können die aktuellen O2-Kündigungsbedingungen gelten.
Kunden entschieden sich aus verschiedenen Gründen für eine Kündigung ihres Alice-Vertrages. Häufige Beweggründe waren unzureichende Internetgeschwindigkeit, häufige Verbindungsabbrüche oder Störungen, unzufriedenstellender Kundenservice oder der Wunsch, zu einem günstigeren oder leistungsstärkeren Anbieter zu wechseln. Nach der Markeneinstellung 2012 kündigten viele Kunden auch, weil sie mit der Umstellung auf O2 nicht einverstanden waren oder bessere Konditionen bei anderen Anbietern fanden.
Die postalische Kündigung ist die rechtssicherste Methode, um einen Telekommunikationsvertrag zu beenden. Im Gegensatz zu E-Mails oder Online-Formularen bietet die Kündigung per Brief mit Einschreiben einen eindeutigen Nachweis über den Versand und Zugang beim Empfänger. Dies ist besonders wichtig, um Kündigungsfristen einzuhalten und spätere Streitigkeiten zu vermeiden.
Ein per Einschreiben versandtes Kündigungsschreiben bietet mehrere entscheidende Vorteile. Erstens erhalten Sie eine Sendungsverfolgungsnummer, mit der Sie den Zustellstatus jederzeit überprüfen können. Zweitens dokumentiert das Einschreiben mit Rückschein den genauen Zeitpunkt der Zustellung, was bei Fristwahrung entscheidend sein kann. Drittens ist die Schriftform rechtlich am stärksten anerkannt und wird von Gerichten als eindeutiger Kündigungswille gewertet.
Telefonische Kündigungen sind nicht rechtswirksam und können vom Anbieter ignoriert werden. E-Mail-Kündigungen sind zwar theoretisch möglich, jedoch oft unsicher, da sie in Spam-Ordnern landen oder technische Probleme beim Versand auftreten können. Online-Formulare sind nicht bei allen Anbietern verfügbar und bieten oft keinen ausreichenden Nachweis über die erfolgreiche Übermittlung.
Um Ihren Alice-Vertrag ordnungsgemäß per Post zu kündigen, sollten Sie folgende Schritte beachten:
Schritt 1: Vertragsdaten zusammenstellen - Suchen Sie Ihre Kundennummer, Vertragsnummer und alle relevanten Vertragsunterlagen heraus. Diese Informationen sind notwendig, um Ihre Kündigung eindeutig zuzuordnen. Prüfen Sie auch Ihr Vertragsenddatum und die geltende Kündigungsfrist.
Schritt 2: Kündigungsschreiben verfassen - Ihr Kündigungsschreiben sollte folgende Elemente enthalten: Ihre vollständigen Kontaktdaten, Kundennummer und Vertragsnummer, eine eindeutige Kündigungserklärung mit dem gewünschten Beendigungsdatum, die Bitte um schriftliche Kündigungsbestätigung sowie Datum und Unterschrift. Formulieren Sie klar und unmissverständlich, dass Sie den Vertrag kündigen möchten.
Schritt 3: Korrekte Adresse verwenden - Senden Sie Ihre Kündigung an die offizielle Kündigungsadresse:
Beachten Sie, dass bei ehemaligen Alice-Verträgen, die auf O2 übertragen wurden, möglicherweise eine andere Adresse relevant ist. In diesem Fall sollten Sie die aktuelle O2-Kündigungsadresse recherchieren.
Schritt 4: Versand als Einschreiben - Versenden Sie Ihr Kündigungsschreiben per Einschreiben mit Rückschein. Dies kostet zwar einige Euro mehr als ein normaler Brief, bietet aber die notwendige Rechtssicherheit. Bewahren Sie den Einlieferungsbeleg und später den Rückschein sorgfältig auf. Diese Dokumente sind im Streitfall Ihre Beweise.
Für Personen, die den Gang zur Post scheuen oder keine Zeit haben, bieten moderne Dienste wie Postclic eine praktische Alternative. Postclic ermöglicht es, Kündigungsschreiben digital zu erstellen und automatisch als rechtssicheres Einschreiben versenden zu lassen. Der Vorteil liegt in der Zeitersparnis, da Sie nicht zur Postfiliale müssen, sowie im digitalen Nachweis über Versand und Zustellung. Zudem werden Briefe professionell formatiert und korrekt adressiert, was Fehler vermeidet.
Solche Services sind besonders nützlich, wenn Sie mehrere Verträge gleichzeitig kündigen möchten oder wenn Sie im Ausland leben und keinen einfachen Zugang zu deutschen Postdienstleistungen haben. Die Kosten sind vergleichbar mit dem traditionellen Einschreiben, bieten jedoch zusätzlichen Komfort und eine übersichtliche digitale Dokumentation aller versendeten Kündigungen.
Nach dem Versand Ihrer Kündigung sollten Sie innerhalb von zwei Wochen eine schriftliche Kündigungsbestätigung vom Anbieter erhalten. Falls diese ausbleibt, kontaktieren Sie den Kundenservice und fordern Sie die Bestätigung schriftlich an. Bewahren Sie alle Unterlagen mindestens drei Jahre auf, da dies der gesetzlichen Verjährungsfrist entspricht.
Denken Sie daran, geliehene Hardware wie Router rechtzeitig zurückzusenden, um zusätzliche Kosten zu vermeiden. Informieren Sie sich über die Rückgabemodalitäten und fordern Sie eine Empfangsbestätigung für die zurückgesandte Hardware an. Prüfen Sie Ihre letzte Rechnung sorgfältig auf korrekte Abrechnung und eventuelle Rückerstattungen von Guthaben.
Ehemalige Alice-Kunden berichten von gemischten Erfahrungen mit dem Kündigungsprozess. Viele lobten die unkomplizierte Abwicklung, wenn die Kündigung rechtzeitig und korrekt per Einschreiben erfolgte. Problematisch waren hingegen Fälle, in denen Kündigungen per E-Mail oder telefonisch versucht wurden und angeblich nicht beim Unternehmen ankamen. Dies führte zu ungewollten Vertragsverlängerungen und entsprechenden Kosten.
Besonders nach der Übernahme durch O2 berichteten Kunden von Verwirrung bezüglich der korrekten Kündigungsadresse und der zuständigen Ansprechpartner. Einige Kunden erhielten widersprüchliche Informationen vom Kundenservice, was die Bedeutung einer dokumentierten schriftlichen Kündigung unterstreicht.
Frühzeitig kündigen: Senden Sie Ihre Kündigung mindestens vier Wochen vor Ablauf der Kündigungsfrist ab. Dies gibt Ihnen Puffer für eventuelle Probleme und stellt sicher, dass die Frist gewahrt bleibt, selbst wenn es zu Verzögerungen beim Postversand kommt.
Dokumentation ist alles: Fertigen Sie Kopien aller Dokumente an und fotografieren Sie Ihr Kündigungsschreiben vor dem Versand. Bewahren Sie Einlieferungsbelege und Rückscheine dauerhaft auf. Diese Dokumentation ist bei Streitigkeiten unbezahlbar.
Kündigungsbestätigung einfordern: Bestehen Sie auf einer schriftlichen Kündigungsbestätigung mit Angabe des Vertragsendes. Ohne diese Bestätigung haben Sie keine Sicherheit, dass Ihre Kündigung korrekt verarbeitet wurde. Setzen Sie dem Anbieter eine angemessene Frist von 14 Tagen für die Zusendung der Bestätigung.
Sonderkündigungsrechte prüfen: Informieren Sie sich über mögliche Sonderkündigungsrechte, die eine Kündigung auch während der Mindestvertragslaufzeit ermöglichen. Dazu gehören Umzug ins Ausland, erhebliche Leistungsstörungen oder einseitige Vertragsänderungen durch den Anbieter. Dokumentieren Sie in solchen Fällen die Gründe sorgfältig.
Ein häufiger Fehler ist die Verwendung einer falschen oder veralteten Kündigungsadresse. Überprüfen Sie daher immer die aktuelle Adresse in Ihren Vertragsunterlagen oder auf der Website des Anbieters. Ein weiterer Fehler ist das Versenden der Kündigung als normaler Brief ohne Einschreiben. Ohne Sendungsverfolgung können Sie nicht beweisen, dass die Kündigung rechtzeitig abgeschickt wurde.
Manche Kunden vergessen, ihre Kündigung zu unterschreiben, was die Rechtswirksamkeit beeinträchtigen kann. Auch unvollständige Angaben wie fehlende Kundennummer oder Vertragsnummer können dazu führen, dass die Kündigung nicht zugeordnet werden kann und ignoriert wird. Achten Sie daher auf Vollständigkeit und Korrektheit aller Angaben.
Falls Sie zu einem neuen Anbieter wechseln möchten, koordinieren Sie die Kündigungsfristen sorgfältig mit dem Vertragsbeginn beim neuen Anbieter. Idealerweise sollte keine Lücke in der Internetversorgung entstehen, aber auch keine Überschneidung mit doppelten Kosten. Viele neue Anbieter bieten einen Wechselservice an, bei dem sie die Kündigung beim alten Anbieter übernehmen. Prüfen Sie jedoch immer selbst, ob die Kündigung korrekt durchgeführt wurde.
Informieren Sie sich rechtzeitig über Rufnummernportierung, falls Sie Ihre Telefonnummer behalten möchten. Dieser Prozess muss vor Vertragsende eingeleitet werden und erfordert eine Koordination zwischen altem und neuem Anbieter. Beachten Sie, dass für die Rufnummernmitnahme oft eine Gebühr anfällt.
Abschließend ist zu betonen, dass eine sorgfältige Vorbereitung und die Wahl der postalischen Kündigungsmethode die besten Voraussetzungen für eine reibungslose Vertragsbeendigung schaffen. Die wenigen Euro für ein Einschreiben sind eine lohnende Investition in Rechtssicherheit und können im Streitfall viel Ärger und Kosten ersparen.
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Verfasst von Laura Hartmann
Absolventin Digitalrecht · 8 Jahre Erfahrung
Absolventin im Digitalrecht, leidenschaftlich für sichere schriftliche Kommunikation: Seit 8 Jahren verfasse ich praktische Leitfäden zum zertifizierten Postversand.